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Über die Digitalisierung unserer Wirtschaft und Gesellschaft wird geschrieben und diskutiert. Fast so viel, dass dieses Wort schon beinahe zu einem politischen Modewort verkommen ist. Alles soll mit allem vernetzt werden. Auch in Nordrhein-Westfalen. Egal, ob die einen vom "Internet der Dinge" oder der "Industrie 4.0" sprechen. Wie auch immer wir es nennen: Der digitale Wandel wird unsere Gesellschaft und auch unsere Wirtschaft und Industrie nachhaltig verändern. Und genau um diese Veränderungen geht es in NRW. Der Strukturwandel dieser Tage ist digital. Unser Ziel ist ein NRW, das stark und smart ist: das NRW 4.0.

Um diese neuen Wachstumsmöglichkeiten in echtes Wirtschaftswachstum zu verwandeln, bedarf es noch einer Reihe bedeutender politischer Weichenstellungen, und zwar sowohl der Wirtschafts- als auch der Technologie- und Wissenschaftspolitik.

Doch bei diesen Veränderungsprozessen bleibt ganz klar immer der Mensch im Mittelpunkt. NRW 4.0 bleibt Heimat für alle - auch in der digitalen Welt. Dieser digitale Wandel soll das Leben für die Menschen vielfältiger und besser machen, neue Chancen für alle eröffnen sowie Arbeitsplätze von morgen sichern. Die Digitalisierung ist also nicht nur eine Frage der Technologie und der Technologiepolitik. Sie ist auch eine Herausforderung der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, nicht zuletzt eine der Bildung und der Bürgerrechte.

Unsere zentralen Forderungen im Überblick:

Eine notwendige Bedingung zur Gestaltung und Umsetzung der Digitalisierung ist die Versorgung mit schnellem Internet. Wir fordern daher die flächendeckende Verfügbarkeit von Gigabit-Anschlüssen. Zu einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur gehören auch schnelle Mobilfunknetze, sowohl in urbanen Gebieten als auch im ländlichen Raum. Unser Ziel ist ein flächendeckendes Netz mit LTE und darauf aufbauend 5G. Dort, wo der Marktausbau versagt, muss der Staat eingreifen und für die Infrastruktur Sorge tragen.

Alle Kinder und Jugendlichen müssen bestmöglich auf das Leben und Arbeiten in einer durch Digitalisierung geprägten Welt vorbereitet werden. Mit dem Betrieb von bereits beschafften und noch zu beschaffenden Geräten, Netzen und Anwendungen sollten die Schulen nicht alleine gelassen, sondern mit professionellen Betriebs- und Supportstrukturen unterstützt werden. Ein zentraler kommunaler Schul-IT-Betrieb, der für die Schulen eines oder mehrerer Schulträger aufgebaut wird, entlastet die Schulen von IT-Administrationsaufgaben, schafft Synergien bei Betriebsaufgaben, die einmal für alle Schulen geleistet werden können, und professionalisiert den IT-Betrieb und IT-Support.

Künstliche Intelligenz ist ein wesentlicher Treiber für die fortschreitende digitale Transformation. In den nächsten Jahren werden intelligente Maschinen unser Leben, die Wirtschaft und Arbeitswelt erheblich verändern. Die Verbreitung und Entwicklung digitaler Systeme muss gesamtgesellschaftlich betrachtet werden, sodass die ökonomisch positiven Effekte durch den Einsatz von KI am Ende den Vielen, und nicht nur wenigen Digitalisierungsgewinnern, zugutekommen.

Die Digitalisierung der Verwaltung ist aus der Sicht der Bürgerinnen und Bürger zu denken und dort umzusetzen, wo diese einen tatsächlichen Nutzen erbringt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass längst nicht alle Menschen digital so affin sind, dass sie Verwaltungsleistungen selbstständig online erledigen können. Gerade viele ältere Menschen, die z.B. noch kein Smartphone besitzen, werden auch in absehbarer Zeit Behördengänge nicht online erledigen können, ohne dafür Unterstützung zu haben. Die Digitalisierung wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn niemand auf dem Weg in die digitale Gesellschaft zurückgelassen wird. Deshalb müssen Verwaltungsangebote auch in Zukunft, parallel zu digitalen Leistungen, analog zur Verfügung stehen.