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Wir wollen die beste Bildung für jeden von Anfang an

Da mein Sohn selber gerade die Schule besucht, weiß ich, wie wichtig ein faires Bildungssystem für unsere Kinder ist. Als schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Krefeld und als Mitglied im Ausschuss für Schule und Weiterbildung des Landtags mache ich mich daher für eine gute Bildung, unabhängig von Herkunft und dem Einkommen der Eltern stark.

Denn die Bildung ebnet den Weg für ein selbstbestimmtes Leben und zu sozialem Aufstieg. Unser Ziel ist deshalb auch für die nächsten Jahre: Kein Kind zurücklassen. Kein Kind soll die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Jedes Kind soll entsprechend seiner Talente und Begabungen gefördert werden. Und deshalb sollte die Bildung im frühen Alter beginnen und im Lebenslauf dafür sorgen, dass alle Menschen, immer dann, wenn es notwendig ist, eine weitere Chance erhalten.

Dafür haben wir in den vergangenen Jahren den Grundstein gelegt: Allein seit 2015 werden über 6.000 neue Lehrerinnen und Lehrer und rund 1.500 neue Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter vom Land zusätzlich finanziert. Damit verbessern wir die Unterrichtsversorgung und sorgen dafür, dass die wachsenden Herausforderungen an unseren Schulen besser bewältigt werden können. Mit dem Schulkonsens haben wir mehr als 220 neue Schulen des längeren gemeinsamen Lernens geschaffen und die Inklusion auf den Weg gebracht. Anders als in den anderen Bundesländern setzen wir dabei auf die Wahlfreiheit der Eltern, ihr Kind inklusiv auf einer allgemeinbildenden Schule unterrichten und fördern zu lassen oder auf einer Förderschule.

Durch das Programm Kein Abschluss ohne Anschluss haben wir als erstes Flächenland eine verbindliche und strukturierte Berufs- und Studienorientierung an allen Schulen eingeführt. Mit Beginn des Schuljahres 2016/2017 setzen alle allgemeinbildenden Schulen in unserem Land dieses Programm verpflichtend um und im Schuljahr 2018/2019 werden die knapp 500.000 Schülerinnen und Schüler Nordrhein-Westfalens der Jahrgangsstufen 8 bis 10 von dieser frühzeitigen Unterstützung bei der Berufswahl und beim Eintritt in die Berufsausbildung profitieren. Durch das Programm Talentscouting und zusätzliche Masterstudienplätze ermöglichen wir beste Abschlüsse. Mit Erfolg: Kein anderes Bundesland hat die Zahl der Schulabbrecher so konsequent reduzieren können, und in keinem anderen Land studieren so viele junge Menschen wie in NRW.

Die Anforderungen an die Schulen werden weiter steigen: Integration von Zugewanderten, individuelle Förderung und Exzellenz, Inklusion und die Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf wie auch das Lernen im digitalen Wandel werden weiter große Kraftanstrengungen erfordern. Hierzu bedarf es mehr Förderung schon in der Kita und mehr Lehrerinnen und Lehrer insbesondere in den Schulen in sozial schwierigeren Quartieren.

Der Schulkonsens ist dafür eine gute Grundlage, aber er reicht nicht aus. Mit unserem Manifest Gute Schule. Beste Bildung haben wir daher einen umfassenden Maßnahmenplan vorgelegt, individuelle Förderung und längeres gemeinsames Lernen zu ermöglichen, Bildungsübergänge zu vereinfachen und die schulische Inklusion zum Erfolg zu führen. Unser Investitionsprogramm Gute Schule 2020 sorgt gleichzeitig mit zwei Milliarden Euro Investitionsvolumen bis 2020 dafür, dass die Schulgebäude wieder auf Vordermann gebracht werden. Mit unserem Leitbild Lernen im Digitalen Wandel haben wir Leitplanken für die Zukunft von Bildung in Zeiten der Digitalisierung gesetzt. Die Teilhabe am digitalen Leben, Bildungsqualität, Bildungsgerechtigkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit sowie mehr Fachkräfte für den digitalen Wandel haben wir dabei als Ziele definiert. Digitale Kompetenzen und kritische Mediennutzung sind wichtige Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben.

Wir werden daher in der nächsten Legislaturperiode

  • Für gelingende Unterrichtsbedingungen sorgen. Die Schüler-Lehrer-Relation ist entscheidend für eine gute Unterrichtsversorgung. Wir werden sie an allen Schulen weiter verbessern und Transparenz über Unterrichtsausfall und seine Ursachen herstellen. Um Unterrichtsausfälle, insbesondere bei langfristigen Abwesenheiten von Lehrkräften, wirksam zu vermeiden, werden wir den Einsatz von Vertretungskräften erleichtern. Über einen Sozialindex wollen wir künftig die Zuweisung von Personalressourcen auch daran orientieren, wo besonders viele Kinder und Jugendliche mit Förderbedarfen oder in besonderen Lebenslagen unterrichtet werden.
  • Ein modernes Abitur an den Gymnasien einführen. Die von CDU und FDP eingeführte Schulzeitverkürzung am Gymnasium (G8) ist gescheitert. Unser Ziel ist, den Kindern wieder mehr Zeit zum Leben und Lernen zu geben. Dazu werde wir die Sekundarstufe I an Gymnasien wieder auf sechs Jahre verlängern. So reduzieren wir die Belastung der jüngeren Schülerinnen und Schüler und ermöglichen wieder einen qualifizierten mittleren Abschluss am Gymnasium. Durch eine Reform der gymnasialen Oberstufe führen wir die Wahlfreiheit für Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern ein. Sie entscheiden durch die Belegung von zusätzlichen Kursen am Ende der Sekundarstufe I, ob sie das Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren machen wollen. Unser flexibles Modell ermöglicht jeder Schülerin und jedem Schüler einen individuellen Weg zum Abitur. Jedes Kind bekommt mit uns die Zeit, die es braucht.
  • Dafür sorgen, dass der digitale Wandel in unseren Schulen ankommt. Auf Grundlage unseres Leitbildes Lernen im Digitalen Wandel werden wir die Ausstattung der Schulen verbessern und die Aus- und Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer konsequent ausbauen. Unser Ziel: Zum Schuljahr 2021/2022 haben alle Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler jederzeit an jedem schulische Ort einen pädagogischen Zugang zum Internet.
  • Für eine gelingende Inklusion und Integration sorgen. Wir bekennen uns zum Recht auf inklusive Beschulung. Um die schulische Inklusion zum Erfolg zu führen, brauchen wir mehr multiprofessionelle Teams, um den gezielten Einsatz von Doppelbesetzungen und Phasen der individuellen Förderung zu ermöglichen. Dazu gehören gleichermaßen Sonderpädagogen wie nicht-lehrendes Personal aus der Schulsozialarbeit, der Schulpsychologie und der Integrationshilfe. Für die Integrationshilfe gilt es Poollösungen rechtlich abzusichern. Wir werden die Schulen weiterhin angemessen bei ihrer wichtigen Aufgabe der Integration von Zuwanderern unterstützen. Die Bildung von Sprachfördergruppen bleibt ein notwendiges Mittel, um ein intensives Erlernen der deutschen Sprache zu gewährleisten.
  • An den Schulen die Grundlage für Demokratie, Weltoffenheit und Toleranz legen. Schulen sollen Häuser der Demokratie sein. Wir werden deshalb den Politik- und Geschichtsunterricht wieder stärken und die Arbeit der Schülervertretungen weiter fördern. Auslandsaufenthalte von Schülerinnen und Schülern wollen wir fördern. Mit uns ist klar, dass die gesellschaftliche Vielfalt unseres Landes auch in Abbildungen in Schulbüchern (inkl. LSBTIQ* Lebensformen) kein Tabu bleibt. Bei Aus- und Weiterbildung des Fachpersonals in Schulen - wie auch in Kindertageseinrichtungen der Jugendhilfe - werden wir uns für einen sensiblen Umgang mit sexueller Vielfalt und Diversität einsetzen.