• Informationsfahrt des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

    Auf Einladung des NRW Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge bekam ich die Möglichkeit an einer Informationsfahrt zu verschiedenen Kriegsgräberstätten in den Niederlanden und Belgien zu reisen.14956577_697757373724906_796554745333167493_n

    Nach der Abfahrt am Rheinturm war unsere erste Station die Kriegsgräberstätte Ysselsteyn in der Provinz Limburg. Blauer Himmel und ein leichter Wind begleiteten uns, als wir uns auf den Weg zur benachbarten Jugendbegegnungsstätte machten.

    Direkt neben der Kriegsgräberstätte liegt die erste Jugendbegegnungsstätte ihrer Art, die durch den Volksbund betrieben wird. Internationale Jugendgruppen können hier Projekttage oder –Wochen oder Workshops durchführen.

    Über einen beidseitig mit Rhododendren bepflanzten Weg wurden wir anschließend auf das flachwellige, ca. 30 Hektar große Gelände geführt. Was wir dort sahen, ließ uns alle zutiefst in eine merkwürdige Stille verfallen. Über 32.000 weiße Kreuze erstreckten sich über das Gelände. 32.000 Schicksale und Tote. Die Begleitworte unserer Gruppenleitung waren für eine Weile die einzigen Worte, die bewusst gesprochen wurden. Erst nach der Rückkehr zum Bus, fielen die Gespräche wieder leichter. Ein sehr nachdenklicher Ort, der für mich einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

    14963227_697757470391563_7757138085101230627_nAuf unserer weiteren Reise folgten die Soldatenfriedhöfe Tyne-Cot in Passendale/ Belgien, der größte britische Soldatenfriedhof der Welt und Langemark in Flandern wo mehr als 44.000 gefallene deutsche Soldaten ruhen. Auch besuchten wir die britische Kriegsgräberstätte Poperinge-Lijssenthoek in Belgien wo über 10.000 Tote des 1. Und 2. Weltkrieges aus 30 Nationen ruhen und zum Abschluss Henri-Chapelle, eine amerikanische Kriegsgräberstätte in Hombourg-Plombiere.
    Ypern ist eine der ältesten Städte Flanderns. Nach dem ersten Tag unserer Informationsfahrt bekamen wir die Möglichkeit, nach dem beziehen unserer Zimmer das „In Flandern Fields Museum“ zu besichtigen. Das Museum birgt die historische Geschichte des Ersten Weltkriegs in der westflämischen Frontregion Westhoek. Es befindet sich in den wieder aufgebauten Tuchhallen von Ypern, einem wichtigen Symbol für Kriegsleiden und die danach folgende Auferstehung. Das „In Flandern Fields Museum“ ist viel mehr als eine ständige Ausstellung. Es gibt eine pädagogische Abteilung für Schüler aus dem In- und Ausland und auch ein kulturelles und künstlerisches Programm. Im Wissenszentrum des Museums kann sich jeder Besucher noch intensiver mit der dramatischen Periode der Weltgeschichte beschäftigen. Individuell kann man sich dort auf die Suche nach der großen, globalen Hintergrundgeschichte oder nach der sehr persönlichen oder lokalen Geschichte begeben. Im Anschluss an den Museumsbesuch und das Abendessen, erreichten wir nioch rechtzeitig das „Menen-Tor“ wo wir den „last-Post“ verfolgen konnten.
    In Ypern wird seit dem 1. Mai 1929 täglich um 20:00 Uhr vor der 1927 von den Briten errichteten Menenpoort (Gedenktor) „The Last Post“ gespielt. Diese Tradition erinnert an die Gefallenen des Commonwealth im Ersten Weltkrieg und wurde nur während der Zeit des Zweiten Weltkrieges unterbrochen. Vom 20. Mai 1940 bis zum 6. September 1944 wurde die Zeremonie auf den Brookwood Friedhof in England verlegt. Am 9. Juli 2015 wurde „The Last Post“ zum 30 000 Mal unter den Torbögen gespielt.

    15036749_697757423724901_7801247280992023427_nIm Inneren des Tores stehen die Namen von 54896 Vermissten der Schlacht(en) um Ypern.
    Während der Fahrt im Bus und in den ruhigen Minuten, die wir auf den Kriegsgräberstätten verbrachten, musste ich an die Stille denken, die mir so eindrucksvoll in Erinnerung blieb. Keine unheimliche Stille, sondern eine Stille, die uns mahnt. Eine Stille, in der wir neue Kraft schöpfen für die Friedensarbeit, die niemals erledigt ist.

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