• Gründungs- und Neujahrsbrunch der Schwusos-Krefeld

    2015_1_24_3_2_23_187991_4Am vergangenen Samstag trafen sich die Mitglieder und Unterstützer der im letzten Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Schwusos in der SPD-Krefeld zum Gründungs- und neujahrsbrunch in den Räumlichkeiten der SPD am Südwall.
    Die Organisatoren hatten mit viel Mühe den Versammlungssaal hergerichtet und neben einem reichhaltigen Frühstück so manche andere Leckerei aufgetischt.
    Als Gäste nahmen auch die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Spanier-Oppermann und der Landesvorsitzende der NRW Schwusos Fabian Spies teil.
    In ihrer Rolle als queerpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion richtete Spanier-Oppermann dann das Wort an die Anwesenden:

    Lieber Markus,
    Lieber Fabian,

    Liebe Vorstandsmitglieder,
    Liebe Gäste,

    Danke für die Einladung, diese wahrzunehmen ist für mich Ehre und Selbstverständlichkeit zugleich.
    Auf den ersten Blick ist es die Zusammenkunft einer AG der SPD, also business as usual, doch für mich ist es die Erfüllung eines langgehegten Wunsches. Dass dieser in Erfüllung ging, dafür danke ich allen Beteiligten, insbesondere dem Vorsitzenden und seinem Team.

    Bevor der Hunger übermächtig wird, möchte ich Euch mit ein paar Gedanken einstimmen auf das Thema, welches uns heute hier zusammenbringt.

    Der Kampf gegen Diskrimierung und für Gleichstellung

    Ich zitiere:

    Artikel 3 GG:
    1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Da fehlt doch etwas??!!
    Und darüber hinaus, angesichts der weltpolitischen Ereignisse, ist dieser Artikel aus meiner Sicht aktueller denn je.
    Vor zwei Jahren wurde ich queerpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion.
    Das kam für mich inhaltlich doch einigermaßen überraschend.
    Bearbeitete ich doch die Arbeitsfelder Arbeitsmarktpolitik, Bildungspolitik sowie Pflege und Alter.

    Meine Aufgabe: Den NRW Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo- und Transphobie umsetzen.
    Die Akteure in der Szene betreuen. An Veranstaltungen teilnehmen.
    Als ich meine Arbeit aufnahm, konnte ich schnell die wahren Arbeitsfelder ausmachen:
    Die Volkspartei SPD mitnehmen, die Grünen von einer anderen Seite kennen lernen und mitten in der Gesellschaft für dieses Thema sensibilisieren.
    Stark sein gegen jede Form von Diskriminierung.
    Anfangs wurde ich bei jeder Frotzelei, egal aus welcher Ecke, humorlos und ärgerte mich. Waren diese Bemerkungen schon homophobe Tendenzen, was bildete sich diese heteronormative Gesellschaft eigentlich ein.

    So ging es jedenfalls nicht. Ich machte mich auf den Weg…

    Besuchte sehr viele Veranstaltungen und Gesprächskreise, diskutierte mit intellektuellem Ansatz über Queertheorien und hörte zu.
    Neu. Sensibel. Nichts Falsches sagen. Vorsichtig sein.
    Dazu die eher politisch, technokratische Arbeit, die gemacht werden muss.

    Blutspendeantrag, § 175, Ausstellung – wichtige Zeichen, dass sich die SPD auf den Weg macht.

    Die Szene ist bunt und vielfältig. Das geht nicht von heute auf morgen. Seid bitte geduldig, sagte ich mir.

    Ich wollte mehr über die Lesben wissen.
    Wo finde ich die, die in diesen Themen unterwegs waren?
    Da kam ein Termin gerade recht. Die Verleihung des Augsburg Heymann Preises. Noch nie gehört. Schnell recherchieren, warum das so einen sperrigen Namen hat. Ich werde mal fragen, wer die Namensgeber und den Preis kennt? Keiner. Kenne ich nun die falschen Leute, oder was?
    Also hin. Sonntags morgens vom Ijsselmeer nach Bochum. Viele Kölner Kennzeichen. Da, ein Krefelder Auto. Das musste meine liebe Kollegin Ulle Schauws von den Grünen mit ihrer Frau sein. Meine LT Kollegin von den Grünen, Josefine Paul ist auch dabei.
    Ich sitze mit der Staatssekretärin vorne. Die kommt auch von den Grünen.
    Schaue mich um. 150 Gäste, nach meinem Kenntnisstand 148 Lesben.

    Eine tolle Veranstaltung. Hochinteressante Preisträger, ich bekomme bei den Reden und den Leistungen eine Gänsehaut. Verdammt, warum kennt das keiner. Warum geht da nur eine geschlossene Gesellschaft hin? Schade.

    Unterhaltung mit den Preisträgern der vergangenen Jahre. Ich spreche an eine Preisträgerin eine Einladung nach Krefeld aus. Das passt genau zu unserer weltoffenen Stadt.
    Abfahrt – auf der Heimfahrt: langes Nachdenken…

    Es gibt also noch viel zu tun. Darauf freue ich mich.

    Etwas Sorge machen mir die aktuellen Ereignisse in unserer Gesellschaft, von Pegida bis Terrorismus. Da sehe ich eher die Gefahr eines Roll backs.
    Lasst uns nun fest zusammenstehen. Wir dürfen und werden uns nicht auseinander dividieren lassen.

    Die Politik hat sich da inhaltlich längst auf einen guten Weg gemacht und wichtige Zeichen gesetzt. Ich weiß, dass es einigen aus der Szene noch nicht umfassend genug ist, aber ich bin zuversichtlich, dass alles so kommt, wie wir es uns wünschen. Seid geduldig.

    Ich werde weiterhin mein Bestes geben, Euch unterstützen wo ich kann, Ihr macht eine tolle Arbeit, die in Krefeld und Umgebung Zeichen und Maßstäbe setzen wird.

    Ich bedanke ich mich fürs Zuhören und wünsche einen guten Appetit.

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