• Die strafrechtliche Verfolgung und Unterdrückung Homosexueller nach 1949 muss aufgearbeitet werden

    Antrag von SPD und BÜNDNIS 90/ Grüne wird am Mittwoch im Plenum abgestimmt

    Seit dem 11. Juni 1994 gibt es in Deutschland keine strafrechtliche Sondervorschrift zur Ho-mosexualität mehr. 45 Jahre hat die Bundesrepublik gebraucht, um diesen Zustand zu erreichen.
    Mit unserem Antrag fordern wir den Landtag NRW dazu auf, dass auf Bundes- wie auf Landesebene die Geschichte lesbischer und schwuler Verfolgung sowie der LSBTTI-Emanzipationsbewegung verstärkt zum Gegenstand politischer und historischer Bildung gemacht wird.
    „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts oder von Menschen mit Tieren begangen wird, ist mit Gefängnis zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden“ hieß es ab 1871 im Paragraph 175 des Reichsstrafgesetzbuches. Erst 1969 wurde der „175er“ liberalisiert. Die endgültige Abschaffung des Paragraphen 175 beschloss der Deutsche Bundestag erst am 10. März 1994 – vor gerade einmal 20 Jahren.
    Umso wichtiger ist es, dass wir aus NRW nun ein Zeichen setzen und unsere Forderung nach Aufarbeitung in den Bund tragen. Wir müssen uns mit der Geschichte auseinandersetzen und deutlich machen, dass wir in einer offenen und vielfältigen Gesellschaft leben möchten, die vergangene Fehler nicht verschweigt, sondern Aufarbeitet.

Leave a reply.

You must be logged in to post a comment.