• Abgeordnete als Tagespraktikantin in der Apotheke am Ponzelar

    2015_3_30_12_31_37_193845_942015_3_30_12_31_31_193844_39„Die Apotheke ist ein zentraler Ort unseres lokalen Gesundheitswesen“, erklärte Ina Spanier-Oppermann bei ihrem Besuch der PTA Schule (Pharmazeutisch-Technischen Assistentinnen und Assistenten) in Duisburg im vergangenen Jahr. Ihrem Versprechen, sich auch über die praktische und alltägliche Arbeit vor Ort zu informieren, lies die Krefelder Landtagsabgeordnete nun Taten folgen und trat einen Vormittag lang als Praktikantin in die Fußstapfen von Herrn Dr. Wolfgang Boventer. Dieser leitet nicht nur die Apotheke am Ponzelar, sowie drei weitere in Krefeld und Meerbusch, sondern ist auch Mitglied im Beirat im Apothekerverband Nordrhein e.V..
    Politikerinnen und Politiker müssen sich mit vielen Fragen auseinandersetzen und Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die für viele Menschen ganz konkrete Folgen haben. Das ist eine große Verantwortung. „Ich will mich so gut es geht informieren, um dieser Verantwortung gerecht zu werden“, so Spanier-Oppermann
    Nach einem persönlichen Gespräch, führte der Inhaber seine Praktikantin zunächst hinter die Kulissen der Apotheke und erklärte die moderne Technik, die der normale Kunde im Verkaufs- und Beratungsraum nicht sehen kann. Neben mehreren vernetzten PC-Arbeitsplätzen, bildet ein automatisiertes Regal- und Schubladensystem das Herzstück der Apotheke. Angelieferte Medikamente werden hier gescannt und danach durch einen Roboter automatisch in ein freies Fach eingeordnet. In welchem Fach sich welches Medikament befindet weiß bis zur Wiederausgabe nur der Computer. Mit der Eingabe des entsprechenden Produktes wird dieses aus dem Fach geholt und über ein Leitungssystem zur jeweiligen Ausgabestation befördert.
    Als nächste Station stellte Dr. Wolfgang Boventer den Beratungsraum vor, wo persönliche Beratungsgespräche mit den Kunden geführt werden können. Dieser liegt leicht abgetrennt von dem weiteren Kundenraum, um entsprechende Privatsphäre zu gewährleisten.
    Die andere Seite der Trennwand erinnert durchaus an einen Chemieraum aus der Schule und löst wohl bei den meisten Menschen die typischen Assoziationen mit einer Apotheke aus. Neben braunen Glasflaschen in den verschiedensten Größen mit chemischen Bezeich-nungen, befindet sich hier der Bereich in dem unter anderem Salben direkt vor Ort und auf Bestellung, bzw. Rezept von den Apothekern und PTAs zusammengestellt werden. Der Apo-theker erklärte der Abgeordneten ausführlich die Honorierung von Leistungen. In der Rezeptur erläuterte Dr. Boventer die gestiegenen Qualitätsanforderungen bei der Rezepturherstellung und das die Kosten oft nicht von den Erstattungen gedeckt werden und somit der Ar-beitsaufwand und die Bezahlung in einem Missverhältnis zu Ungunsten der Apotheken stehen.
    Nachdem sich die Abgeordnete dank dem Blick hinter die Kulissen mit der Funktionsweise und der Organisation der Arbeit in der Apotheke vertraut gemacht hatte, verfolgte sie die direkte Arbeit an den Kunden, die aus den verschiedensten gesundheitlichen Gründen die Apotheke aufsuchen. Neben dem direkten Kundenkontakt konnte sie hier auch erfahren, auf welche Besonderheiten im Rahmen der Ausgabe von Medikamenten und Arzneimitteln zu achten ist. Nicht nur die individuelle Beratung bei der Abgabe und die Hinweise auf mögliche Nebenwirkungen müssen die Angestellten hierbei beachten, sondern auch welche Form von Rezepten vorliegt. Die Vorgaben der Krankenkassen und der Pharmahersteller stellen die Apotheker nicht selten vor Herausforderungen. Besonders dann, wenn ein entsprechendes Präparat des Herstellers nicht auf Lager ist und bestellt werden muss. In diesem Falle hilft die Vernetzung der Apotheken und Lieferanten untereinander, so dass bei Bedarf das ent-sprechende Mittel so bestellt werden kann, dass es zum nächstmöglichen Zeitpunkt verfügbar ist.
    Mit den Rabattverträgen von Kassen und Pharmaherstellern konfrontiert, zeigte sich Spanier-Oppermann erstaunt, an wie vielen Stellen den Apotheken Kosten entstehen, etwa wenn zahlreiche Arzneimittel im Lager vorrätig gehalten werden müssen. Dass die engen Vorgaben, die den Apotheken seitens der Krankenkassen und Hersteller gesetzt werden auch zur Herausforderung oder gar Problem werden können, sorgte bei Ina Spanier-Oppermann, die auch Mitglied des Gesundheitsausschusses des Landes ist für Unverständnis:“ Mir ist bewusst, dass die Krankenkassen und Hersteller Verträge aushandeln und auch wirtschaftlich denken müssen, aber dies darf nicht zum Nachteil für die Bürgerinnen und Bürger werden“. Dr. Boventer stimmt ihr ebenfalls zu und betonte, dass vor Ort in den Apotheken sehr gut geschultes Personal arbeitet und das erlernte und vorhandene Wissen dem Kunden zu Gute kommen lassen will. Dies werde jedoch zu oft durch bürokratischen Aufwand eingedämmt:„ Der Dienst am Menschen und die Gesundheit unserer Kunden liegt uns und meinen vielen Kolleginnen und Kollegen am Herzen, deshalb wir haben uns diesen Beruf ausgewählt“, so Dr. Wolfgang Boventer.
    Beide waren sich darin einig, dass die Gesundheitspolitik vor großen Herausforderungen steht und es ein Umdenken im Handeln der Beteiligten geben muss, um den Veränderungen gerecht zu werden.
    Zu den Veränderungen zählt auch die zunehmende Anzahl von Online-Apotheken. Für viele ist es der bequeme und praktische Weg, an die gewünschten Medikamente zu gelangen, ohne aus dem Haus, oder nach der Arbeit noch zur Apotheke vor Ort fahren zu müssen.
    „Die klassischen Apotheken dürfen sich dieser Entwicklung nicht verschließen und müssen auch online ihre Beratungsangebote zur Verfügung stellen“, erklärte der Inhaber der Apotheke am Ponzelar und präsentierte die praktische Apotheken App, die sowohl für iPhones/ i-Pads als auch für Android Geräte kostenlos heruntergeladen werden kann.
    Spanier-Oppermann zeigte sich zum Ende ihrer Praktikumszeit beeindruckt und zufrieden: „Ich bin froh, dass ich so viele Details aus der praktischen Arbeit vor und hinter den Kulissen einer Apotheke erfahren zu konnte und werde dies sicherlich auch mit in meine politische Arbeit im Landtag und den Gesundheitsausschuss nehmen. Mein Dank gilt besonders Herrn Dr. Wolfgang Boventer und seinem Apotheken-Team, das mich so freundlich aufgenommen und mir diesen Tag ermöglicht hat“.

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